Ein Ara ist kein Käfigvogel im klassischen Sinn. Die großen, intelligenten Papageien brauchen viel Platz zum Klettern, Fliegen und sozialen Austausch. Wer einen Ara hält, sollte deshalb nicht nach der kleinsten zulässigen Lösung suchen, sondern eine großzügige Innenvoliere mit täglichem Freiflug planen. Das gilt für private Halter ebenso wie für gastronomische Betriebe, die ihren Gästen eine verantwortungsvolle und ruhige Tierhaltung zeigen möchten.
Mindestmaße für einen artgerechten Ara-Käfig
Für Aras ist eine geräumige Voliere deutlich besser geeignet als ein kleiner Käfig. Je nach Art erreichen Aras eine Körperlänge von etwa 70 bis über 90 Zentimetern und besitzen eine sehr große Flügelspannweite. Ein einzelner Ara braucht daher mindestens eine Unterbringung von etwa 3 Metern Länge, 2 Metern Breite und 2 Metern Höhe. Für ein harmonisches Paar sollte die Voliere größer geplant werden, idealerweise mindestens 4 Meter lang, 2 Meter breit und 2 Meter hoch. Mehr Platz ist immer besser, denn Aras bewegen sich nicht nur auf Sitzstangen, sondern klettern, hängen kopfüber und schlagen mit den Flügeln.
Die Maße dürfen nicht nur auf dem Papier stimmen. Entscheidend ist, dass der Ara seine Flügel vollständig ausbreiten kann, ohne Gitter, Sitzstangen oder Einrichtung zu berühren. Besonders die Länge der Voliere ist wichtig, weil sie kurze Flatterstrecken ermöglicht. Eine hohe, aber sehr schmale Behausung ersetzt keine ausreichende Fluglänge. Für große Arten wie Blauaras, Gelbbrustaras oder Grünflügelaras empfiehlt sich deshalb eine kombinierte Innen- und Außenvoliere. So erhalten die Tiere bei geeigneter Witterung frische Luft, Sonnenlicht und zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten.
Bei der Planung müssen auch gesetzliche Vorgaben und örtliche Anforderungen berücksichtigt werden. Das Tierschutzgesetz verlangt eine Haltung, die den Bedürfnissen des Tieres entspricht und Schmerzen, Leiden oder Schäden vermeidet. Die behördlichen Empfehlungen zu Mindestanforderungen sind eine wichtige Orientierung, stellen aber keine ideale Zielgröße dar. Wer einen Ara neu aufnimmt, sollte sich vorab bei der zuständigen Veterinärbehörde informieren. Gerade bei gewerblicher Haltung, öffentlichen Bereichen oder größeren Anlagen können zusätzliche Vorgaben zu Hygiene, Lärmschutz, Schutzräumen und Besucherkontakt gelten.
Einrichtung und Freiflug für glückliche Aras
Eine große Voliere wird erst durch die richtige Einrichtung zu einem guten Lebensraum. Aras brauchen stabile Naturäste in unterschiedlichen Stärken, damit ihre Füße abwechslungsreich belastet werden. Geeignet sind unbehandelte Äste von Obstbäumen, Haselnuss, Weide oder Buche. Die Äste sollten sicher befestigt sein und so angebracht werden, dass der Ara nicht dauerhaft direkt über Futter- oder Wassernäpfen sitzt. Glatte, gleich dicke Holzstangen sind ungeeignet, weil sie die Füße einseitig belasten und zu Druckstellen führen können.
Auch Beschäftigung ist für Aras unverzichtbar. Die Vögel besitzen einen kräftigen Schnabel und möchten Holz, Rinde, Pappe und andere sichere Materialien zerlegen. Frische Zweige, Korkstücke, unbehandeltes Holzspielzeug, Schaukeln, Kletterseile und Futterverstecke sorgen für Abwechslung. Das Beschäftigungsmaterial sollte regelmäßig ausgetauscht werden, damit keine Langeweile entsteht. Wichtig ist außerdem, auf sichere Materialien zu achten: Verzinkte Metalle, lose Kleinteile, lackierte Hölzer und giftige Pflanzen haben in einer Ara-Voliere nichts verloren. Besonders langlebig und hygienisch ist eine Konstruktion aus rostfreiem Stahl.
Täglicher Freiflug in einem gesicherten Raum bleibt trotz großer Voliere notwendig. Der Raum muss frei von offenen Fenstern, gekippten Fenstern, heißen Herdplatten, Deckenventilatoren, Kabeln und giftigen Zimmerpflanzen sein. Aras sind sehr soziale Tiere und sollten nicht dauerhaft allein gehalten werden. Ein passender Partnervogel, feste Tagesabläufe, ruhige Rückzugsorte und regelmäßige Beschäftigung tragen entscheidend zu ihrem Wohlbefinden bei. In gastronomischen Bereichen müssen die Tiere zudem einen geschützten Bereich haben, in den Gäste keinen Zugriff haben und in dem sie sich jederzeit ungestört zurückziehen können.
Wer einem Ara ein Zuhause geben möchte, sollte großzügig planen: Eine geräumige Voliere, täglicher Freiflug, sichere Naturäste und abwechslungsreiche Beschäftigung sind keine Extras, sondern Grundlagen einer verantwortungsvollen Haltung. Lassen Sie die geplante Unterbringung vor dem Kauf fachkundig prüfen und informieren Sie sich bei der zuständigen Behörde über die örtlichen Vorgaben. So schaffen Sie beste Voraussetzungen für einen gesunden, ausgeglichenen und langlebigen Ara.
